Der Stechginster blüht in den Heidemooren, die Gischt donnert schäumend gegen die Steilküsten und hinter heckengesäumten Strassen ducken sich kleine Bauernhäuser und Katen. Cornwall bietet eine Szenerie wie aus dem Film. Entsprechend häufig fallen Kamerateams aus ganz Europa hier ein. Manch einem deutschsprachigen Besucher ist die Grafschaft schon vertraut, noch bevor er das erste Mal hier war. Dank der Rosamunde Pilcher und dem ZDF, das ihre Romane und Kurzgeschichten seit mehr als zehn Jahren verfilmt. Bis dahin war dieses wunderbare Fleckchen Erde den wenigsten Deutschen, Österreichern oder Schweizern ein Begriff, nun kommen jährlich rund 50.000 Touristen aus der Bundesrepublik allein. Auch für Besucher aus anderen Ländern wird Cornwall zu einem Muss: die Filme werden in 28 Länder weiterverkauft. Nicht nur vom Pilcher-Tourismus, auch von den Dreharbeiten selbst produziert die Region. Millionen Britische Pfunde werden in Cornwall während der Dreharbeiten ausgegeben, wenn um die 35 Crewmitglieder und 15 Schauspieler hier wohnen, essen und einkaufen. Ausserdem entstehen um die 18 Jobs für Einheimische, von Technikern bis zu Statisten. Für diese Verdienste erhielt die Pilcher im Jahre 2002 den Preis der Britischen Tourismusbehörde und von der Königin einen Orden.
Teil dieses Erfolg ist die Grafschaft selbst, denn sie wird den Erwartungen vollauf gerecht: In Cornwall sieht es tatsächlich so aus wie in den Filmen - schlieβlich wurden fast alle Adaptionen an Originalschauplätzen gedreht. Und die Natur steht auch den Romanschilderungen in nichts nach - immerhin wurde Rosamunde Pilcher an der cornischen Nordküste geboren. Zwar lebt die Autorin schon lange in Schottland nahe Dundee, doch hat sie in Cornwall ihre Wurzeln und fand hier die Inspiration für viele ihrer Charaktere und Geschichten.
Inzwischen hat das ZDF mehr als 60 (!) Pilcher-Filme produziert: den Auftakt machte 1993 „Stürmische Begegnung“, ein Ende ist nicht in Sicht. Regisseur Dieter Kehler, der mit rund als 20 Filmen zu den Pilcher –Veteranen zählt, drehte im Herbst 2005 zuletzt „Sommer des Erwachens“. (Sendetermin: 5. Februar 2006) Drei bis vier Filme werden auch in den kommenden Jahren an bewährten und brandneuen Drehorten realisiert. Als Vorlage dienen mittlerweile Pilchers unveröffentlichte Kurzgeschichten.
Sollten Sie sich bald zum nächsten Pilcher-Fernsehabend niederlassen, seien Sie sich einer Tatsache gewiss: Hinreiβender als der Film ist nur die Realität!
Welch ein Triumpf, wenn Sie plötzlich in Porthleven das verwinkelte Fischerdörfchen und den Hafen wiedererkennen, in dem für „Über den Wolken“ gedreht wurde. Was für eine Genugtuung, wenn Sie in Portheras Cove den Sandstrand der einsamen Bucht entlangspazieren, wo in „Sommer am Meer“ die Badeszenen spielen. Welch eine Überraschung, wenn Sie in Prideaux Place den Landsitz bewundern, den Sie aus „Klippen der Liebe“ und vielen anderen Filmen kennen. Und was für ein Genuβ, wenn Sie zum Tagesausklang im urigen Sloop Inn von St Ives ein Ale trinken oder auch zwei, das in „Lichterspiele“ vorkommt. Pilcherrelevante Orte gibt es so viele, dass Ihnen die Ziele nie ausgehen. Sollte Sie das Jagdfieber irgendwann verlassen, dann genieβen Sie einfach das „grüne Land, von kleinen Farmen und winzigen Feldern unterbrochen,... durchzogen von tiefen Tälern, wo schmale Flüsse sich ihren Weg zum Meer hinunter bahnen, dazwischen ... überall Weiβdornhecken und Haine von verkrüppelten Ulmen“ (“aus Stürmische Begegnungen”). Oder steigen Sie auf eine der Klippen und schauen hinunter aufs Meer, das sich „in einer wilden, donnernden Brandung an der Küste bricht“ (aus „Wolken am Horizont“).
Wenn Sie auf den Spuren der Rosamunde Pilcher durch Cornwall wandeln, färbt ein biβchen heile Welt auch auf Ihren Urlaub ab. Probieren Sie es selbst!